Ein Übergang mit großer Wirkung
Nach einer akutstationären Behandlung benötigen besonders ältere Menschen zeitweise Unterstützung. Medizinisch ist der Akutaufenthalt abgeschlossen, doch Mobilität und Selbstständigkeit reichen für die Rückkehr nach Hause häufig noch nicht aus. Klassische Kurzzeitpflege sichert zunächst die Pflege. Eine aktivierende, rehabilitativ ausgerichtete Kurzzeitversorgung kann gezielt daran arbeiten, Fähigkeiten wiederzugewinnen.
Was die REKUP-Studie zeigt
Die Studie verglich 49 geriatrische Personen mit rehabilitativer Kurzzeitpflege mit 57 Personen der Regelversorgung. Deutliche Unterschiede zeigten sich außerdem bei der Überleitung in stationäre Rehabilitation (82 gegenüber 37 Prozent). Die gesundheitsökonomische Auswertung einer gesondert gematchten Stichprobe stellte im Nachbeobachtungszeitraum keine statistisch signifikant höheren Gesamtkosten fest.
Die Untersuchung war nichtrandomisiert und verwendete eine historische Kontrollgruppe. Für Rehospitalisierungen und Veränderungen des Pflegegrades ergaben sich keine statistisch signifikanten Gruppenunterschiede. Die Befunde beschreiben das untersuchte Modell und erlauben keine pauschale Übertragung auf jede Kurzzeitpflegeeinrichtung.
Die unternehmerische Frage
Was würde sich ändern, wenn ein Krankenhaus den Übergang zu einer aktivierenden Kurzzeitpflege und in die Häuslichkeit gemeinsam mit den nachversorgenden Partnern organisiert? Eine solche Lösung muss medizinische Aufnahmefähigkeit, Therapieangebot, Finanzierung und regionale Kapazitäten verbinden. Solitäre Kurzzeitpflege am oder nahe dem Krankenhaus ist dabei eine prüfbare organisatorische Möglichkeit. Die REKUP-Studie fand in einer geriatrischen Rehabilitationseinrichtung statt; eine Übertragung benötigt geeignete personelle und strukturelle Voraussetzungen.
Wie viel Selbstständigkeit wird wiedergewonnen, wie häufig gelingt die Rückkehr nach Hause und welcher Gesamtaufwand entsteht vom Krankenhaus bis in die Nachversorgung?
Zu messen wären Funktionsentwicklung, die 30- und 90-Tage-Rückkehr in die Häuslichkeit, Wiederaufnahmen, Wartezeiten bis zur Überleitung, realisierte Krankenhauskapazität und die Gesamtkosten. Ein zusätzlich finanziertes Therapieangebot kann sich auf einer einzelnen Pflegekostenstelle belastend auswirken, während sein Nutzen in späteren Versorgungsstufen entsteht.