Das Konzept
Pfadorientierte Unternehmenssteuerung
Der Patientenpfad als Bezugsgröße von Qualität, Wirtschaftlichkeit und Führung.
Gesundheitsunternehmen werden traditionell über Einrichtungen, Fachabteilungen, Budgets und wirtschaftliche Einzelergebnisse gesteuert. Medizinische Ergebnisse und der dafür erforderliche Ressourceneinsatz entstehen jedoch entlang eines zusammenhängenden Behandlungsverlaufs, von der Indikation über die Akutbehandlung bis zur Rehabilitation, Pflege und Rückkehr in den Alltag.
Die Steuerung einzelner Einrichtungen erklärt deshalb noch nicht den Erfolg des gesamten Patientenpfades. Wie würde sich die Führung von Gesundheitsunternehmen verändern, wenn dieser Pfad selbst zur gemeinsamen Bezugsgröße unternehmerischer Entscheidungen würde?
Diese Frage steht im Mittelpunkt meines Konzepts der pfadorientierten Unternehmenssteuerung. Es untersucht, wie Ergebnisqualität, Ressourceneinsatz und wirtschaftliche Verantwortung über Organisations- und Sektorengrenzen hinweg miteinander verbunden werden können.
Was den Ansatz unterscheidet
Die Vernetzung verschiedener Leistungserbringer ist ein wichtiger Ausgangspunkt. Pfadorientierte Unternehmenssteuerung geht einen Schritt weiter: Sie ergänzt die Führung einzelner Einrichtungen um eine gemeinsame Verantwortung für definierte Behandlungspfade.
Dafür werden medizinische Ergebnisse, wiedergewonnene Selbstständigkeit, Übergangszeiten und wirtschaftliche Wirkungen über den gesamten Verlauf betrachtet. Gemeinsame Ziele und klare Entscheidungsrechte ermöglichen es, Abläufe und Ressourcen auch dann neu zu ordnen, wenn die beste Lösung für den Patienten zunächst unterschiedliche wirtschaftliche Auswirkungen auf die beteiligten Einrichtungen hat.
Die folgenden fünf Fragen geben Einblick in meine Überlegungen. Anschließend zeigen Diskussionsansätze, welche Versorgungsmodelle bereits untersucht wurden und welche unternehmerischen Fragen sich daraus ergeben.