Die Schnittstelle zur Rehabilitation

Nach einer Hüft- oder Knieendoprothese zählt der medizinisch geeignete Zeitpunkt für die Weiterbehandlung. Moderne Fast-Track-Verfahren können den Akutaufenthalt verkürzen. Für Hüftendoprothesen beschreibt die Fachliteratur die Übergabe geeigneter Patienten in die Anschlussrehabilitation teilweise schon nach drei bis vier Tagen. Die nachversorgende Einrichtung braucht dafür eigene medizinische, pflegerische und therapeutische Voraussetzungen.

Ein dokumentierter Referenzfall aus Münster

Ein integriertes Versorgungsmodell für Hüft- und Knieendoprothetik der St. Franziskus-Stiftung Münster verband bereits vor zwei Jahrzehnten Akutbehandlung, Rehabilitation und Case Management. Der Geschäftsbericht 2006 berichtet in der damaligen Evaluation von einer stationären Rehabilitationsdauer von 17,9 statt 19,6 Tagen sowie von einer Akutverweildauer von 13,5 statt 14,8 Tagen. Die vollständigen Versorgungskosten lagen nach Darstellung des Projektträgers durchschnittlich um mehr als zehn Prozent unter denen der Vergleichsversorgung.

17,9 TageStationäre Rehabilitation im damaligen IV-Modell, gegenüber 19,6 Tagen
> 10 %Geringere durchschnittliche Gesamtversorgungskosten laut Evaluation von 2006

Diese historischen Ergebnisse sind ein Beispiel für die Möglichkeit integrierter Pfade. Sie sind keine aktuelle Einsparprognose und bilden die heutigen Vergütungen oder Patientengruppen nicht ab. Ebenso wurde damit keine allgemein gültige Verlegung am vierten postoperativen Tag nachgewiesen.

Ein weiterführendes Versorgungsmodell

Zu prüfen wäre eine differenzierte Rehabilitation, bei der geeignete Patienten früh übernommen werden und nach einer medizinisch angemessenen stationären Phase ambulant weiterbehandelt werden. Entscheidend wären Indikationskriterien, Erreichbarkeit, Belastbarkeit und die Verlässlichkeit der ambulanten Therapie. Für andere Patientengruppen bleibt eine längere stationäre Rehabilitation erforderlich.

Der Wertbeitrag im Behandlungspfad

Welche Kombination aus akutstationärer, rehabilitativer und ambulanter Behandlung erzielt für definierte Patientengruppen das beste funktionelle Ergebnis bei tragfähigen Gesamtkosten?

Zu messen wären die Zeit zwischen Operation und Rehabilitationsbeginn, Funktionsentwicklung und Mobilität, Komplikationen, Wiederaufnahmen, tatsächlich nutzbare Kapazität und der konsolidierte Deckungsbeitrag des Pfades. Kürzere Aufenthalte erzeugen wirtschaftlichen Nutzen erst, wenn frei werdende Ressourcen tatsächlich eingespart oder sinnvoll nachgenutzt werden können.